Peter Zaar

Peter Zaar mit seiner Frau und seinem Sohn Christian

 

Diejenigen, die Peter Zaar kennen, kennen ihn meist aus dem Kickboxen. Diverse Titel (mehrfacher Deutscher Meister und Team-Weltmeister) hat er selbst erkämpft, bevor er sich für den Nachwuchs im Kickboxsport stark gemacht hat.  Noch immer ist er Bundestrainer und gibt den Aktiven seine Erfahrungen weiter.



Peter ist aber nicht nur Kickboxer er ist auch Familienvater und Triathlet! Als 2005 sein Sohn an einem Nierenleiden erkrankte, dass ihn 3 Mal pro Woche für eine Nacht ins Krankenhaus zur Dialyse zwang, war klar, dass der Grundzustand geändert werden musste und zunächst wurde auf die Spenderliste gehofft. „Der Junge war ja gerade mal 18 zu dem Zeitpunkt! Da hatte ich die Hoffnung, dass wir schnell einen Spender bekommen!“ erinnert sich Peter Zaar. Seiner Frau, die direkt eine Niere spenden wollte, hatte er mit dieser Hoffnung die spontane Idee erstmal ausgeredet. Dass diese selbst kurz später an Krebs erkranken sollte und damit als Spender nicht mehr in Frage kommt, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen.


Nach 6 Jahren auf der Spenderliste ohne wirkliche Aussicht auf  die ersehnte Hilfe reifte in Peter Zaar der Gedanke, dass er dem Stiefsohn eine seiner Niere spenden könnte. Ein Ziel wollte Peter vorher aber noch erreichen: Die erste Langdistanz, die Cologne226! Schon seinen ersten Triathlon hatte Peter zu seinen aktiven Kickboxzeiten in Köln gemacht. Eigentlich wollte sich der ganze Verein anmelden, doch der einzige der hinterher auch wirklich am Start war, war Peter Zaar. Noch heute denkt er gerne an seinen ersten Triathlon 1984 in Köln zurück: „Ich hab das vollkommen unterschätzt. Ich dachte ich bin ja fit und voll im Training, da kann mir so ein Triathlon nichts anhaben. Als ich aus dem Wasser gekommen bin hatte ich nen 190er Puls. Bei der Leistungsdiagnostik war 180 als mein Maximalpuls bestimmt worden. Das war nicht die Anstrengung, das war Todesangst!!!“ Auch der Rest des Wettkampfes lief nicht gerade so wie er sich das vorgestellt hatte und als er endlich im Ziel war, wollte er nie wieder einen Triathlon machen. Das hat er nicht ganz durchgehalten... 
Als Peter 2010 seine erste Langdistanz nach 14 Stunden vollkommen glücklich finishte, teilte er noch im Ziel seiner ihn dort in Empfang nehmenden Familie mit, dass er sich als Spender zur Verfügung stellen wird.



Aber so einfach wird man nicht zum Spender. Diverse Untersuchungen, Blutvergleiche, Sitzungen bei Psychologen und ein Vorsprechen bei der Ethik-Kommission  folgten, allesamt mit positiven Ausgang, so dass im Dezember 2010 das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte. Nach 4,5 Stunden unter dem Messer war die rechte Niere entfernt und bereit bei Sohn Christian eingepflanzt zu werden. Nachdem sein Körper die Niere erstmal abstieß, stellte sich schließlich doch das ersehnte Ergebnis ein. 



Als Peter im Februar 2011 in unserem Cologne two two six vom Verlauf der Ereignisse berichtete, war er noch geschwächt von einer drei-wöchigen Schweinegrippe, die seine Genesung  unnötig in die Länge gezogen hatte. Sein Sohn war zu diesem Zeitpunkt nach vier Wochen im Krankenhaus endlich wieder daheim und war auf dem besten Weg in ein Leben mit deutlich erhöhter Lebensqualität und ohne Dialyse!

Und natürlich hatte Peter schon wieder neue Ziele: „Dieses Jahr werd ich wenn alles gut läuft nur die Cologne226 half machen und eigentlich wollte ich die Cologne226 ja nur einmal machen aber jetzt muss ich ja schon noch raus finden wie die Cologne226 mit einer Niere läuft...“

Lieber Peter Zaar, danke für deine bewegende Geschichte über gelebte Nächstenliebe und Familienzusammenhalt. Wir wünschen dir und deiner Familie für die Zukunft nur das beste und dürfen dich hoffentlich noch oft im Ziel der verschiedenen Distanzen willkommen heißen. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste gemeinsame Radausfahrt.

Das CTW-Team

 

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