Timo Hempel - Wenn einer weiss was "schwere Zeiten" sind...

Timo im Juni 2007 mit 150 kg

Timo im September 2009 mit 80 kg

Viele kennen das Gefühl, wenn der Gang auf die Waage über die Stimmung des Tages entscheiden kann. Was wenn es aber nicht nur zwei, drei Kilo sind, die man sich vielleicht im letzten Urlaub oder an den letzten Feiertagen angefuttert hat? Timo hat uns seine Geschichte vom Kampf mit den Pfunden erzählt und wie er sein Gewicht halbiert (!!!) hat.

Nur bevor ihr jetzt direkt ein schlechtes Gewissen beim Anblick der Schoki habt, die neben dem Computer steht. Es geht nicht um sinnlos Hunger sondern um sinnvoll Essen aber lassen wir das den Timo erzählen:

 

"Manchmal kommt man an einen Punkt im Leben, an dem man so nicht mehr weiter machen möchte.
Dafür kann es viele Gründe geben, bei mir war es das Gewicht. Mit einem Kampfgewicht von schätzungsweise 160 kg (die Waage zeigte schon einige Zeit nur noch „error“ ), war es bei mir soweit.

 

Von dieser bekannten Punktezählmethode hatte ich bis jetzt eher Schlechtes als Gutes gehört, aber was soll´s, probieren kann man ja alles einmal. Und tatsächlich es funktionierte. Was auch nicht wirklich ein Wunder war, denn gab es früher nach der Pizza noch ne Tüte Chips hinterher, verkniff ich mir eisern jede noch so kleine Sünde. Die Pfunde purzelten und ich begann mich immer besser zu fühlen. Auch begann ich mich wieder mehr für Sport zu interessieren. Hatte ich zuvor Golf gespielt konnte ich mich schon jetzt nicht mehr mit diesem Sport identifizieren. Am Anfang fing ich ganz schonend mit Nordic Walking an, doch bald reichte mir das nicht mehr. Ich wollte wieder laufen, konnte ich mich noch an eine Zeit erinnern, in der mir joggen richtig Spaß gemacht hatte. Und tatsächlich, nach mühsamen 2 min laufen und 2 min gehen, stellten sich bald kleine Erfolge ein. Ich meldete mich auch im Fitnessstudio an und begann dort etwas für den Muskelaufbau zu machen. Ich merkte immer mehr, dass mir reines Joggen nicht mehr reichte. Gut 10 Monate und 50 kg später wollte ich meinen ersten Halbmarathon laufen. Meine Wahl fiel auf Lübeck und ich finishte in 2:08 Std.
Im folgenden Jahr meldete ich mich in einem Sportverein an, der auch gleichzeitig ein Marathonstützpunkt ist. Ich begann mit 10 km-Läufen und der nächste Halbmarathon in Kassel rückte in greifbare Nähe. Ich verbesserte meine Zeit von Lübeck auf 1:39:44 und wog zu der Zeit 85 Kg - Normalgewicht!!! Kurze Zeit später folgte ein Halbmarathon in Marburg und weitere 10 km-Läufe. Aber etwas war immer in meinem Hinterkopf geblieben – ein Marathon zu finishen. Dazu hatte ich mir Berlin erkoren, dort wo Haile seine Rekorde lief und es das Beste Publikum der Welt sein sollte, wollte auch ich starten. Leider sollte es nicht so kommen. Bei einem langen Lauf zog ich mir einen Ermüdungsbruch zu und musste 4 Wochen komplett auf Sport verzichten und danach durfte ich weitere 4 Wochen nur Rad fahren und schwimmen. Das war zwar nicht das Gleiche wie laufen, aber es hielt mich fit. Als mein Arzt mir sein ok gab, war ich so aufgeregt, wie ein kleines Kind unterm Weihnachtsbaum. Endlich durfte ich meine Schuhe schnüren und los ging es. Und ich war fit, ja tatsächlich sowas wie ausgeruht. Ich lief wie ein junger Gott und erst jetzt wurde mir bewusst, wie sehr mir das Laufen gefehlt hatte.


Jetzt fast 2 Jahre nach meinem Kampf gegen die Pfunde, kann ich mich nicht mehr an die Person erinnern, die ich mal war. Auch Bilder von damals kann ich mir kaum angucken, denn diese Person bin ich nicht mehr und will auch nie mehr so aussehen und so antriebslos sein. Ich wiege 79 kg bei einer Größe von 1.89m. Ich habe keine gesundheitlichen Probleme, die Bluthochdruckmittel konnte ich absetzten und mein Arzt ist äußerst zufrieden mit mir. Selbst mein 4-facher Bandscheibenvorfall macht mir keine Probleme mehr. Manchmal kann ich gar nicht glauben, dass ich das alles tatsächlich geschafft habe.


Ich werde meine Ziele weiter verfolgen, denn ich habe gemerkt, dass selbst Rückschläge mich nicht aus der Bahn werfen. Nächstes Jahr werde ich den Marathon laufen, komme was wolle und da gibt es noch eine weitere Idee. Ich nenne sie Projekt 2012. Denn dann habe ich vor den Ironman zu bezwingen."

 

Vor dem Ironman steht die Mitteldistanz Cologne226 half in Köln. Das Orga-Team wünsch Timo viel Erfolg auch bei allen weiteren Zielen in seinem Leben!!

 

 

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